Mögliche Medizinische Maßnahmen

Aus Trans*-WIKI

Dies ist eine Gesamtübersicht über Medizinische Maßnahmen die im Zuge einer Transition möglich wären


Operationen

Im Folgenden Abschnitt findet Ihr Informationen über Operationen welche im Zuge eurer Transition möglich sind.

Geschlechtsangleichende Operationen

Geschlechtsangleichenden Operation (kurz GA-OP) sind Operationen um die primären und Sekundären Merkmale eines Biologischen seit Geburt zugeordneten Geschlechtes anzugleichen, dabei ist zu Unterscheiden in Kolpopoese bei Trans-Frauen und Phalloplastik bei Trans-Männern.Dabei gibt es mehrere Methoden, die wir hier nur kurz nennen möchten. Mehr Detail findest Ihr auch im "nicht eigenen öffentlichen Wikipedia unter" Geschlechtsangelichende Operationen.

Trans-Frau

1. Penisinvaginations-Methode¹

Die einfache PI – Penile Inversion oder auch Penisinvaginations-Methode

Sit mitte der 50er Jahre ist die Penile Inversion (PI) oder auch Penisinvaginations-Methode die Standard-Methode für eine Vaginoplastik, sprich eine Neovagina bei Mann-zu-Frau-Transsexuellen operativ umzusetzen. Es handelt sich dabei um die wohl weitesten verbreitete Methode, aber auch die einfachste Methode mit geringen Risiken aber auch den am wenigsten authentischen Ergebnis.Bei der Penilen Inversion werden zuerst die Hoden entfernt, danach wird die Penisschafthaut der Länge nach aufgetrennt, die Schwellkörper werden entfernt und die Harnröhre wird vom Nervenstrang der Eichel separiert.

Die Eichel wird aufgeschnitten und Material wird aus der Eichel entnommen, um sie dann in kleinerer, einer Klitoris ähnlichen Form wieder zusammen zu nähen.

Am Penisansatz wird eine Öffnung zwischen Enddarm und Blase geschaffen, dort wird die Penisschafthaut eingelegt und am Ende der Öffnung festgenäht. Die Neoklitoris (miniaturisierte Eichel) wird, zusammen mit der zuvor gekürzten Harnröhre, oberhalt des Scheideneingangs ausgerichtet und vernäht.

Mit dem verbleibenden übrigen Hodensackhaut sowie noch restlicher Vorhaut, werden dann die Schamlippen und das Klitorishäutchen geformt.

Vorteile

Diese Methode ist, nach der kleinen Lösung, die am wenigsten invasive Methode, welche jedoch durchaus Geschlechtsverkehr zulässt. Aufgrund der häufigen Anwendung und Verbreitung ist das Risiko von Fehlern bei der OP am geringsten Die Orgasmusfähigkeit liegt im schnitt bei rund 80% hierauf können jedoch auch psychische Blockaden einen signifikanten Einfluss ausüben. Die Heilung ist bei dieser Methode vergleichsweise schnell und komplikationslos.

Nachteile

Dennoch gibt es natürlich auch einige Nachteile, welche bei einer Entscheidung mit berücksichtigt werden sollten.

So hängt bei der Penile Inversion die maximale Scheidentiefe davon ab, wie viel verbleibende Haut bei der Operation noch vorhanden ist. Bei manchen schrumpft durch fehlende Erektion der Penis bereits, was dazu führt das zu wenig Material vorhanden ist um eine ausreichende Scheidentiefe zu gewährleisten. In der Regel kann mit der Penile Inversion eine Scheidentiefe von 10 bis 15cm erreicht werden.

Da bei dieser Methode nicht auf die verschiedenen Gewebearten eingegangen wird, ist das optische Ergebnis bei einer PI oftmals nicht unbedingt zufriedenstellend. Bei der Penile Inversion ist zudem ein intensiveres Bougieren in kürzeren Zeitabständen und von insgesamt längerer Dauer notwendig, aufgrund von Narbenbildung und damit zusammenhängender Schrumpfung des Gewebes. Bei der Methode fehlt es aufgrund von Schleimhäuten an Feuchtigkeit was sich ebenfalls negativ auf die Heilung und Langfristigen Veränderungen wie Schrumpfung auswirkt.

2. Kombinierte Methode

Die kombinierte Methode ist der Penilen Inversions Methode recht ähnlich, gibt aber feine unterschiede welche ein ansprechend ästhetisches und funktionales Ergebnis ausmachen:

Bei der Kombinierte Methode wird die Klitoris ebenfalls aus der Eichel, den dazugehörigen Gefäßen sowie Nerven des Penisschaftes gebildet. Im Gegensatz zur Penilen Inversion wird jedoch das innen an der Eichel liegende Teil der Vorhaut belassen, daraus wird zusammen mit der Penisschafthaut die Klitoris, Klitorishäutchen und die kleinen Schamlippen gebildet.

Für die Formung des Scheidengangs wird die restliche Penisschafthaut, sowie die ansonsten überflüssige Hodensackhaut verwendet. Zusätzlich wird wird der Scheidengang mit der, der Länge nach geöffneten Harnröhre ausgekleidet, was zu Integration von Schleimhaut und damit Feuchtigkeit in der neugebilden Neovagina führt. Bis auf die Hoden sowie der großen Schwellkörper am Penisschaft wird so, nahezu sämtliches vorhandene Material verwendet, im Gegensatz zu der Penile Inversions Methode.

Das vollständige Gewebe und damit auch alle Empfindung fähigen Nervenstränge, werden bei der kombinierten Methode deutlich geschont und mikrochirurgisch aufbereitet, um eine intensivere Empfindungsfähigkeit der gesamten Vulva zu erreichen. Die Verwendung der Harnröhre ermöglicht hierbei außerdem eine Scheidenfeuchtigkeit. Im Gegenzug zu der Penilen Inversion kann durch die kombinierten Methode auch bei einem geschrumpften oder geringer ausgeprägten Penis, eine ausreichende Tiefe des Scheidengangs erreicht werden.

Vorteile

Da der Scheidengang mit der Harnröhre ausgekleidet wird, besteht im Scheidengang eine gewisse Grundfeuchte. Dies hat vorteile beim der Verheilung des Gewebes oder der Narbenbildung, oder auch des Geschlechtsverkehrs. Zudem werden die verschiedenen Gewebearten für die jeweils naheliegensten Zwecke z.B. das Eichelbändchen für das Klitorishäutchen benutzt, wodurch eine authentischere Optik und Haptik möglich wird. Das Ergebnis sieht oft Stimmiger aus und kann so zu eine Intensivere Wahrnehmung im Innen und äußeren Bereich der neuen Neovagina die Empfingsfähigkeit positiv beeinflussen.

Nachteile

Da bei dieser Methode zum großen Teil auch Hodensackhaut verwendet wird um den Scheidengang auszukleiden, kann die mögliche Schrumpfung, das mögliche Zusammenziehen des Gewebes sehr groß sein. Bei dieser Methode ist wirklich akribisches und intensives bougieren und dilatieren notwendig.

3. Die Chonburi-Flap Methode (Thailand, Suporn)

Bei der Thailändischen Chonburi-Flap Methode wird die Eichel anders als bei den anderen Methoden in zwei Teile aufgeteilt. Ein Teil wird verkleinert und als Klitoris eingesetzt und der andere Teil wird als sogenanntes Chonburi-Organ zwischen Klitors und Harnröhrenausgang angebracht.

Zudem werden bei der, auch Suporn-Technik genannten Methode die Schamlippen aus der Penisschafthaut gebildet. In Deutschland hingegen werden diese aus der Hodensackhaut gebildet.

In Thailand kleidet man zudem den Scheidengang mit einem freien Transplantat der Hodensackhaut aus, die vorher gemesht, also maschinell zu einer Art Netz behandelt wurde, um die Oberfläche zu vergrößern. In München verwendet man dagegen gestieltes Harnröhrengewebe, gestielte Penishaut sowie ein freies, aber nicht gemeshtes Skrotalhauttransplantat.

Vorteile

Das Chonburi-Organ, also der zusätzliche Teil der Eichel zwischen Klitoris und Harnröhre, wird beim Geschlechtsverkehr penetrant mit stimuliert, wodurch ein deutlich intensiveres, sexuelles Erlebnis möglich wird.

Nachteile

Durch die gemeshte Hodensackhaut im Scheidengang, zieht sich dieser extrem zusammen, wenn man ihn nicht ständig dehnt. Hier ist also auch sehr intensives und akribisches bougieren und dilatieren notwendig. Die Chonburi-Flap Methode wird zur Zeit nur in Thailand, bei Dr. Suporn angewandt. Die Operation in Thailand wird nicht von den Krankenkassen übernommen. Die Methode findet aber auch hierzulande zunehmend Verbreitung.

4. Kleine Lösung

Bei der kleinen Lösung wird nur rein äußerlich eine nicht Penetrationsfähige Vagina geschaffen, dabei wird ein Großteil des Gewebes entfernt, Der Scheideneingang wird dabei nur angedeutet, es steht aber deutlich mehr Material zur Verfügung so das, dass optische Ergebnis oft sehr Realistisch erscheint.

5.) Weitere Lösungen

Darüber hinaus gibt es noch weitere Methoden wie die, welche jedoch hierzulande keine Bedeutung haben.

Trans-Mann

  1. Metaidoioplastik
  2. Unterarm-Plastik
  3. Bauchmuskel-Plastik
  4. Latissimus-dorsi-Plastik

Mastektomie

Darunter vesteht man die Entfernung des Weiblichen Brüstgewebes und Drüse unter der Erhaltung der Mamille (Brustwazen), dabei gibt es verschiedenen Techniken.

Hysterektomie mit Adnexektomie

Hierunter wird die Entfernung der inneren weiblichen Organe, also Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter verstanden. Ein solcher Eingriff wird vorwiegend aufgrund eines erhöhten Krebsrisikos durch eine Hormonbehandlung empfohlen. Die Hysterektomie erfolgt durch Bauchschnitt, durch die Vagina, selten endoskopisch. Sie gilt heutzutage als Standard-Eingriff, ein Klinikaufenthalt beträgt meist zwischen 3-10 Tagen.

Orchiektomie

auch Orchidektomie, Orchektomie, ist die chirurgische Entfernung eines oder beider Hoden.Bei Entfernung beider Hoden ist die Orchiektomie eine Form der Kastration.

Mammaaugmentation

Allgemeinsprachlich auch als Brustvergrößerung bekannt, es ist eine plastisch Ästhetischen eingriff, dabei werden i.d.r. Silikonkissen implantiert. Die Kosten hierfür Tragen die Krankenkassen, wenn es nach 12 Monaten vorausgegangener Hormontherapie bei euch nicht mehr als zu einem Maximalen A Körbchen reicht.


Therapien

Hier sind begleitende Therapien aufgelistet welche Ihr entweder für eine weiterführende Behandlung benötigt oder auch zu einer Optischen Aufwertung führen können.

Psychotherapien

Die Psychotherapie ist eine Psychologische Betreuung durch einen Psychologen welche im Zuge der Kostenübernahme durch die Krankenkassen oft gefordert wird bzw. euch die nötigen Indikationsschreiben ausstellt welche für die Bewilligung der Therapie Voraussetzung sind. Such euch am besten so früh wie möglich freie Therapieplätze mehr dazu findet Ihr auch hier.


Logopädie

Ist eine Therapiebereich welcher bei euch Stimm, Sprach & Sprechtherapien durchführen kann, die Kosten Tragen die Krankenkassen nachdem eine Heilmittelverordnung Vorliegt, welche Ihr i.d.r. bei einem HNO-Arzt erhaltet.

Auszug aus der "Begutachtungsanleitung: Richtlinie des GKV-Spitzenverbandes nach § 282 SGB V - Geschlechtsangleichende Maßnahmen bei Transsexualismus (ICD-10, F64.0)

Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie
Die S3-LL 2018 sieht eine mögliche Indikation zur Stimmtherapie bei Transsexualismus vor (S3-LL, S.67). Die Behandlung durch Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie zielt dabei auf eine Veränderung der Stimmgebung, der Klangfarbe sowie der Sprechmelodie ab. Eine Stimmtherapie kann nach Maßgabe der Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 6 und Absatz 6 SGB V unter der Diagnosegruppe ST1 ärztlich verordnet und im vertraglichen Rahmen durch entsprechend zugelassene Stimm-, Sprech- und Sprachtherapeuten erbracht werden.

Epilation

Darunter versteht man eine dauerhafte Entfernung der Haare i.d.R. relevant bei Trans-Frauen, es gibt die Laserepilation welche durch Dermatologen vorgenommen wird, sowie die Elektroepilation welche durch Elektrologisten umgesetzt wird. Oft werden beide Methoden Kombiniert,da bei weißem Haar (nicht Blond) ein Laser keine Wirkung zeigt. Die Kosten hierfür Tragen die Krankenkassen i.d.r. jedoch nur an den Sichtbaren stellen (Gesicht, Hals und Hände)

Hormontherapie

Ist eine Begleitung durch eine Hormonelle Medikationen, je nach Geschlecht angepasst.

Mögliche OPs oft auf Eigenleistungen

Diese OPs werden i.d.r. nicht von den Krankenkassen übernommen können aber unter gewissen Voraussetzungen und Bescheinigung durch einen Psychologen im Zuge eines ausgeprägten Leidensdrucks auch übernommen werden.


Auszug aus der "Begutachtungsanleitung: Richtlinie des GKV-Spitzenverbandes nach § 282 SGB V - Geschlechtsangleichende Maßnahmen bei Transsexualismus (ICD-10, F64.0)

Bei weiteren geschlechtsangleichenden Maßnahmen (z.B. Kehlkopfreduktion, operative Stimmlagenkorrektur, Rippenresektion, Gesichtsfeminisierung) ist nach gesicherter Diagnose,Vorliegen und ausgeschöpfter Behandlung des krankheitswertigen Leidensdruckes zu klären, ob eine deutliche Annäherung an das gewünschte Geschlecht erreicht wurde (s. Kapitel 2.1, rechtliche
Grundlagen, BSG-Urteil vom 11.09.2012, B 1 KR 9/12 R; B 1 KR 3/12 R; B 1 KR 11/12 R). Diese Maßnahmen sind auch in Abgrenzung zu kosmetischen Leistungen und unter dem besonderen Aspekt des Gleichbehandlungsgebotes ggf. fachspezifisch zu bewerten.Anträge auf Leistungen zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen werden bei der Krankenkasse eingereicht, dort geprüft und bei Bedarf dem MDK zur Begutachtung vorgelegt. Für die sozialmedizinische Begutachtung muss eine konkrete Beschreibung der geplanten Maßnahme(n) durch die Leistungserbringer vorliegen. Hierbei sind die zeitlichen Fristen zur Übermittelung der gutachtlichen Stellungnahme durch den Medizinischen Dienst und zur Leistungsentscheidung durch die Krankenkasse gemäß § 13 Absatz 3a SGB V zu beachten

Stimmlagenkorrektur

Dabei handelt es sich um einen Operativen eingriff bei dem die Stimmbänder leicht verkürzt/vernäht werden um eine durchschnittlich höhere Frequenzlage zu erreichen.

Kehlkopfreduktion

Ebenfalls ein Operativer Eingriff mit dem Ziel den Kehlkopf zu verkleinern, dabei wird äußeres Knorpelgewebe entfernt.

Rippenresktion

Ist eine Operative Entfernung einer oder mehrerer Rippenknochen, dies kann bei Trans*- Frauen dazu führen das eine feminine Taille entsteht.

Gesichtsfeminisierung

Oft auch als Schönheitsoperationen bekannt, wie z.B. eine Verkleinerung der Nase oder der Stirn sie dienen dem Gesicht ein feminines Erscheinungsbild zu verleihen. Für viele Trans*-Frauen sind diese Eingriffe die bedeutendsten für die Akzeptanz ihrer Identität. Ziel der Operationen ist ein harmonischere und allgemein weiblichere Wahrnehmung des Gesichts Einklang mit dem Rest des Körpers.


Quellen

¹ https://www.vdge.org/2020/11/23/die-operationsmethoden-bei-geschlechtsangleichender-operation-gaop-mann-zu-frau/